Home » Berichte » Tage wie diese

Tage wie diese

von Herbert Jähtzen

Die Auftaktveranstaltung des „Deutschen Cross Cup 2013“ am vergangenen Samstag im Pforzheimer Stadtteil Huchenfeld kann man kurz und knapp bezeichnen mit „Tage wie diese“, dem Hit der „Toten Hosen“. Einerseits zum Beispiel, das die Veranstaltung trotz Dauerregens rund 500 Athleten/innen im Ziel sah, wobei etliche ihre (und die anderer) Erwartungen erfüllen konnten. Und auf der anderen Seite zum Beispiel der Kommentar von Luisa Boschan (SCB Berlin/Crossteam Berlin) „ich war nicht gut drauf, es kommen auch wieder bessere Tage“.

Bessere Tage, das wünschen sich viele, aber das Leben ist bekanntlich kein Wunschkonzert. Auch das Wetter nicht, davon wissen viele Freiluftveranstalter ein Lied zu singen. Dazu gehören nun auch die rund 100 Helfer/innen beim „Sparkassen Cross Pforzheim“. Wurde im letzten Jahr noch Hand angelegt um die Strecke zu bewässern, so hätte man in diesem Jahr schon beinahe Drainagen benötigt, um die Wiesen des Laufparcours zu entwässern. Ja, und der eigens für diese Veranstaltung „erbaute“ zweite Hügel musste schon nach dem ersten Rennen des Tages wegen akuter Verletzungsgefahr gesperrt werden.

Aber es gab ja noch den alt bekannten Hügel, der auf einer Runde von 1.200 Meter gleich zwei Mal überwunden werden musste. Dazu die durch den Dauerregen sehr schmierige Laufstrecke, die den Akteuren alles abverlangte. Und das war auch gut so, denn es ging neben der Cup-Wertung nicht nur nebenbei in der U20, U23, so wie bei Frauen und Männern um eine Empfehlung für die Cross-EM Anfang Dezember in Budapest. Dabei konnten sich gleich drei Athleten/innen sehr stark in Szene setzen. Allen voran Maya Rehberg (SC Rönnau 74), aktuelle deutsche Crossmeisterin der weiblichen U20, die über die 4.200 Meter in 15:09,4 Minuten ihren überlegenen Sieg von Ohrdruf mit fast dem gleichen Vorsprung (diesmal 18,7 Sekunden) auf die zweitplatzierte Caterina Granz (LG Nord Berlin) wiederholte. Auf Rang drei lief in 15:36,9 Minuten Anna Gehring (SC Itzehoe), mit 15 Jahren die Jüngste im Feld der 14 Athletinnen.

Die männliche U20 sah mit Johannes Motschmann (SC Magdeburg) ebenfalls einen souveränen Sieger. Mit 29 Startern hatte dieses Rennen über 6.000 Meter den größten Zuspruch in Sachen EM-Qualifikation. Lange Zeit führte der ein Jahr ältere Moritz Steininger (1. FC Passau) das Rennen an, doch am Ende siegte der Magdeburger deutlich in 19:11,9 Minuten mit acht Sekunden Vorsprung auf Steininger. Der diesjährige Vizemeister der U23 im Crosslauf, Michael Schramm (LAV Stadtwerke Tübingen) empfahl sich mit seinem Sieg in 27:07,4 Minuten über 8.400 Meter ebenfalls für die EM. Im gemeinsamen Rennen mit den Männern musste er nur dem Kenianer Philip Kiptoo Rutto (26:56,5) den Vortritt lassen. Zweiter der Junioren wurde Karsten Meier (LG Braunschweig, 27:14,0) vor Nico Sonnenberg (LG Eintracht Frankfurt, 27:17,5). Im Männerfeld lief der schnellste Deutsche mit Sven Weyer (SG Spergau, 27:32,5) auf Rang drei, hinter dem Österreicher Christian Steinhammer (Usko Melk, 27:18,0).

Bei den Frauen und Juniorinnen ging es ebenfalls um eine EM-Qualifikation. Hier konnte die Juniorin Jannika John (LAC über 6.000 Meter sogar die Frauensiegerin Ursula Gatzweiler (ASV Köln, 21:59,2) auf Distanz halten, die wiederum deutlich vor Anja Schneider (PSV Grün-Weiß Kassel, 22:15,7) lag. Den Gesamtsieg in diesem Rennen holte sich mit 21:44,0 Minuten die Schweizerin Fabienne Schlumpf (TG Hütten), ebenfalls eine Juniorin.

Natürlich wurde in Pforzheim auch noch in weiteren Rennen um gute Platzierungen gekämpft. Total gingen zwischen 11.00 Uhr und 15.30 Uhr 20(!) Wettbewerbe über die Bühne. Dabei lag der Anteil der unter 16-jährigen erfreulicherweise bei über 50 Prozent. Da muss man sich vor Ort scheinbar keine Sorgen über den Leichtathletiknachwuchs machen. Die braucht sich auch nicht Christine Gess (TSG Balingen) zu machen, die bei die U20-WM in Barcelona im Halbfinale über 800 Meter in 2:04,58 persönliche Bestzeit lief. Ihr 3.000 Meter-Cross, den sie als Zweite in 11:24,3 Minuten beendete „war einfach 2.200 Meter zu lang“, wie ihr Begleiter von sich gab.

Und nicht zuletzt muss man sich seitens des Veranstalters keine Gedanken über die Zukunft des Pforzheim-Cross machen, denn wer solch eine Helferschar hat, die stundenlang im Regen ausharrt, für den können „Tage wie diese“ jederzeit wieder kommen. Er ist gewappnet! Weiter geht es beim „Deutschen Cross Cup 2013“ am 25. November in Darmstadt.

Check Also

laufreport.de „Schnelligkeit und Ausdauer führen zum Erfolg“

Was für jeden Sportler gilt, der bei einem der 17 Läufe des 9. Sparkassen Cross …